JU fordert Zuschüsse für Fahrt nach Châteaubriant
| "Auch wir freuen uns über die Freundschaft zwischen Radevormwald und Châteaubriant. Es ist wichtig, sich durch verschiedene Austauschprogramme näher kennen zu lernen", sagt Dejan Vujinovic. |
Doch genau daran, so meint der Vorsitzende der Jungen Union (JU), hapere es. Speziell bei der Jugend.Denn: "Die Kosten für eine Fahrt nach Frankreich sind so hoch, dass sich viele Familien das nicht leisten können."
Von 250 Euro pro Person sei die Rede gewesen - wenn sich rund zwanzig interessierte Jugendlichen im Oktober auf die Reise in die Bretagne machen würden, hat er von einer Lehrerin erfahren. "Und da spiele es keine Rolle, ob wir mit dem Reisebus fahren oder fliegen würden. Das wäre ohne Zuschüsse so teuer."
Anlass der Debatte sind die Feierlichkeiten in Châteaubriant, die im Herbst zum 30-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft anstehen. Die Rader Schüler, so Vujinovic, würden dabei gerne die französischen Freunde besuchen, die kürzlich im Rahmen der Jubiläumsaktionen in Rade zu Gast waren. 250 Euro könnten sich aber viele Familien nicht leisten. "Und erst recht nicht für ganze drei Tage."
Rade, so regt die Junge Union an, solle sich daher am französischen Partner orientieren: "Die Stadt Châteaubriant unterstützt und fördert, im Gegensatz zu unserer Heimatstadt, den Austausch von Jugendlichen auch finanziell. Wir müssen in diesem Punkt unsere Stadtverwaltung leider kritisieren."
"Aber das stimmt doch gar nicht", entgegnet Jochen Kersting auf RGA-Anfrage. Für den Fachbereich Jugend und Bildung verwaltet er den Finanztopf "Internationale Jugendfahrten". "Also, bei mir ist niemand von der Jungen Union gewesen und hat etwas beantragt."
Nicht jede Jugendfahrt werde automatisch bezuschusst, räumt Kersting ein. "Da gibt es natürlich Richtlinien, an die wir uns halten müssen. Deshalb wird jede Fahrt dann individuell geprüft." Würde ein solcher Austausch den Kriterien entsprechen, stünde einer Unterstützung nichts im Wege: "So ist kürzlich auch die Jugend des SC 08 nach Frankreich gefahren."
Zudem gebe es, macht Kersting aufmerksam, noch weitere Möglichkeiten, an Geld zu kommen: "Beispielsweise beim Deutsch-Französischen Jugendwerk oder beim Land." Er helfe diesbezüglich auch gerne weiter: "Man muss sich nur an mich wenden."
"Der Fortbestand einer Städtepartnerschaft ist nur gewährleistet, wenn sich Jugendliche dafür interessieren", sagt Dejan Vujinovic. "Und dieses Interesse können wir nur wecken, wenn Jugendliche zu erschwinglichen Preisen die Partnerstadt besuchen und entdecken können."
Sein Vorschlag: Die Stadt solle doch den Reisebus für die Fahrt in die Bretagne zu den Jubiläumsfeierlichkeiten (30 Jahre Städtepartnerschaft) finanzieren. "Das würde den Reisepreis senken, und so hätten viel mehr Jugendliche die Chance, die Partnerstadt zu besuchen." |