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Presse
21.10.2009, 12:53 Uhr | Übersicht | Drucken
Vorbereitungen für Ratsperiode
Von Nadja Lehmann, rga-online, 16.10.2009


Saskia Hopf schätzt die Kanzlerin wegen ihres Realismus. "Sie guckt sehr genau, was möglich ist", sagt die Rader Vorsitzende der Jungen Union. Einen ähnlich pragmatischen Ansatz verfolgt Saskia Hopf selbst: "Natürlich gibt es in der Politik viele Wünsche. Aber derzeit können wir froh sein, wenn wir den Standard halten, der finanzielle Spielraum wird immer enger."


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Saskia Hopf - Vorsitzende Junge Union
Freude am Gestalten hat sie sich dennoch bewahrt, aus der eigenen Erfahrung heraus. Sie erinnert sich an das Konzert gegen Rechts, das die Junge Union gemeinsam mit den Jusos initiierte: "Anfangs hatten wir kein Geld, fanden keine Sponsoren. Dann kam Jochen Kersting vom Jugendamt zu uns und hat doch noch einen Fördertopf gefunden. Wenn man etwas will, geht es.

Man muss einfach nur fragen." Und das betrachtet sie als Ansporn.In Radevormwald fühlt sie sich tief verwurzelt. "Das war auch mal anders", lacht sie. "Da wollte ich weg, in die weite Welt." Doch dann entdeckte sie, dass ihr das kleine Rade Halt und Geborgenheit vermittelt: "Ich brauche familiäre Atmosphäre.

Ich habe mich nicht bei Gira beworben, weil es mir zu groß war." Jetzt ist die Arbeitsstätte in Hückeswagen. In der Schulzeit, als 17-Jährige fand sie zur Jungen Union, durch einen Klassenkameraden. "Anfangs habe ich gezögert. In der Schule war ich in Politik und Geschichte eher mittelprächtig, mein Interesse auch gar nicht so ausgeprägt."

Irgendwann ging sie doch mit: "Da bin ich das erste Mal wirklich direkt mit Politik in Berührung gekommen." Dass Politik "gleich nebenan" anfange, das habe sie fasziniert. Seit eineinhalb Jahren steht sie der Jungen Union nun vor.

Diese zählt rund 120 Mitglieder, und etliche heutige Ratsmitglieder entstammen ihr - wie Sebastian und Christof Schlüter. Ebenso der Rader CDU-Vorsitzende Christian Viebach, der seit kurzem auch die Fraktion anführt.

"Unser Kontakt zur Fraktion ist wirklich gut, war es auch schon vor Christian Viebach", lobt Saskia Hopf. Das sei nicht selbstverständlich, wenn sie sich in anderen JU-Ortsgruppen umschaue: "Wir fühlen uns dort wahr- und ernstgenommen." Seit einem Jahr gehört Hopf selbst der Fraktion an und bekennt ehrlich: "Die Themen sind so komplex. Ich sitze immer noch da und lerne."

Wo und in welchen Bereichen sich die Junge Union einmischen, welche Akzente sie in der neuen Ratsperiode setzen will - das, sagt Hopf, stehe noch nicht fest. Bei Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit mit Sicherheit. "Das sind große Themen bei uns."

Jammern über die Aussicht, dass sie wohl bis 70 arbeiten müsse, wolle sie nicht: "Damit habe ich mich abgefunden. Bis dahin muss dann aber ein großes Umdenken in unserer Gesellschaft erfolgen, dass ältere Arbeitnehmer wieder wertgeschätzt und nicht nur als Kostenfaktor wahrgenommen werden."

Das Jammern ist generell nicht ihr Ding. Zum Beispiel beim Thema "life-ness". "Da ist viel falsch gelaufen, keine Frage. Aber jetzt haben wir es nun mal, müssen das Beste draus machen." Sie selbst geht regelmäßig dort schwimmen: "Ich find's wunderschön."

Für frühere Generationen wäre ein Eintritt in die JU undenkbar gewesen. Saskia Hopf weiß das. "Ich glaube, die heutigen Jugendlichen sehnen sich wieder stärker nach Sicherheit, nach Werten.

Und da wählen sie lieber die Schlipsträger, die Spießer." Lacht und setzt hinzu: "Und so spießig wie vor Jahrzehnten sind wir von der JU auch wirklich nicht mehr." Schließlich verteilt man als Give-away schon mal Kondome. Und das wäre früher wirklich undenkbar gewesen.

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